Integration im Mehrhundehaushalt

Mehr Hunde halten
Vor ein paar Wochen zog ja ein neuer Hund bei uns ein und seit dem kommt ganz oft die Frage ob er sich denn mit den anderen verträgt? Und ob die sich denn alle verstehen, und ob die alle zusammen wohnen …… ? Viele Menschen können sich nicht vorstellen dass das Leben auch mit mehr als zwei Hunden harmonisch laufen kann. Zeit ein paar Dinge zur Mehrhundehaltung zu schreiben. Mehr als einen oder zwei Hunde zu haben ist total schön und mega spannend, wie agieren und kommunizieren sie miteinander, wer kuschelt oder spielt mit wem, wer ist mit wem ganz “Dicke” und auf wen könnte der ein oder andere evtl auch verzichten? Ich finde es einfach faszinierend wie anpassungsfähig Hunde sind.
Ja , also meine Hunde vertragen sich alle untereinander und sind auch alle immer zusammen. Möglich ist dies vermutlich aber hauptsächlich weil wir die Hunde viel beobachten, lenken, führen und auch mal einschreiten (weil nein, die machen das nicht unter sich aus 😉 ) Allerdings sicher nicht im Sinne von “Rudelführern ” …denn auch das höre ich ständig, dass der “Rudelführer” also der Mensch hier und dort eingreifen, strafen oder sonst was soll, dass WIR (ach so tollen Menschen) das bestimmen wer sich mit wem zu vertragen hat. Ich schätze mit so einer Einstellung könnte ich die Hunde zwar dazu nötigen sich “ruhig” zu verhalten und sich nicht zu raufen aber eine Familie sieht so nicht für mich aus. Vielleicht wäre es auch wichtig zu erwähnen dass ich von meinen Hunden nie über das “Rudel” rede, schließlich sind sie nicht miteinander verwandt und somit lediglich eine lose Gruppe, von mir zusammen geworfener Hunde. Allerdings , und das ist sicher der entscheidende Punkt, die Passung untereinander sollte schon stimmen. Es macht auserdem einen Unterschied ob ich eine Gruppe (rassetypisch eher friedlicher) Windhunde halte oder eine Gruppe Terrier. Letzteres kann auch friedlich zusammen leben (ich hatte auch diese Konstellation bereits allerdings mit weniger Hunden ) das erfordert aber vom Menschen noch wesentlich mehr Fingerspitzengefühl und ggf auch Management. Management ist vermutlich mein Lieblingswort bei der Mehrhundehaltung denn es ist sooo wichtig. So kann es einfach notwendig sein einige Hunde bei der Fütterung abzutrennen oder gut zu überlegen wer mit wem Gassi geht (und so vieles mehr ). Ein wichtiger Punkt der bei Nicht Beachtung häufig zu Problemen führt. Es gibt auch Hunde in meiner Gruppe die ich nicht gemeinsam im Kofferraum fahre weil das einfach Konfliktträchtig ist. Die Aufnahme eines neuen Hundes ist immer besonders spannend weshalb ich sie langsam zusammenführe. In der Aktuellen Integration hat sich raus gestellt dass der “neue” Hund mit den ganz kleinen Hunden zunächst Probleme hatte. Statt ihn hier aber anzuschnauzen trenne ich durch Gitter und agiere immer lobend. Das ist sicher der entscheidende Punkt. Ich erlebe häufig im Alltag dass Hunde sofort ausgeschimpft werden wenn sie einen anderen Hund anknurren. Wieso? Knurren ist ein normales Ausdrucksverhalten. Warum überlegen wir nicht wieso der Hund knurrt und wie ich eingreifen oder die Situation lösen könnte, so dass der Hund gar nicht erst knurren muss. Oftmals verhinder ich dies indem ich stimmlich einfach rein lobe bevor einer knurrt, weil ich schon sehe dass einer es doof finden könnte wenn der andere sich jetzt auch aufs Sofa dazulegen will. Voll einfach, total effektiv und so viel netter als rum zu schnauzen. Wie will ich denn den Hunden vermitteln dass der jeweils andere ganz toll ist wenn ich dann auch noch schimpfe oder strafend einwirke? All das ist aber auch nur möglich wenn man DA ist, die Hunde beobachtet, sie im Blick hat weswegen wohl Zeit bei der Mehrhundehaltung echt der wichtigste Aspekt ist. Man braucht Zeit und muss MIT den Hunden leben. Wenn man dann noch versteht was sie sich mitteilen ist das schon die Halbe Miete. Ich habe immer Hunde aus dem Tierschutz und hatte /habe auch welche von denen es hieß sie seien nicht kompatibel mit Artgenossen. Ja, so eine Integration dauert dann länger und erfordert noch viel mehr Management und Geduld. Es lohnt sich aber !! Ich bin immer wieder fasziniert und echt stolz auf meine Hunde wie sie neue Hunde aufnehmen.Ich achte zwar im Vorfeld darauf welcher Hundetyp einzieht aber in einigen Fällen hatten meine Hunde keinerlei Mitspracherecht und der Neue war einfach da. Ich erkläre ihnen dann dass auch sie ja froh waren ein Zuhause gefunden zu haben und sie sind da ehrlich erstaunlich gastfreundlich. Natürlich benötigen sie Rückzugsmöglichkeiten und selbstverständlich müssen auch in grösseren Hundegruppen immer alle Individuellen Bedürfnisse gestillt werden was mit zunehmender Anzahl nicht einfacher wird. Aber auch in meiner alten Wohnung die für 7 Hunde einfach klein war hat eine harmonischen Zusammenleben gut funktioniert . Wir leben den Hunden einen freundlichen Umgang miteinander vor. Indem wir freundlich zu Ihnen sind. Und sie mit all ihren Macken und Problemchen annehmen und lieben. Mehr Hunde zu halten hat natürlich auch einige Nachteile, es kostet n Haufen Geld, Urlaub mit mehr als zwei Hunden erweist sich als nicht sehr entspannend, der Staubsauger wird echt strapaziert und den freien Montag verbringe ich in der Regel beim Tierarzt oder bei der Hundephysio. Die Mitmenschen haben wenig Verständnis und finden einen “unnormal “
Während ich das schreibe liegen 6 von 8 Hunden bei mir auf dem Bett und schnarchen – und ich weiß sicher- nie möchte ich anders leben <3

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